Therapeutische Sprachgestaltung

Die Therapeutische Sprachgestaltung ist aus der künstlerischen Sprachgestaltung hervorgegangen, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Rudolf Steiner und Marie Steiner - von Sievers entwickelt wurde. Sie arbeitet mit in jedem Menschen ruhenden künstlerisch-kreativen Gestaltungskräften. An der eigenen Sprache zu arbeiten, sie mit spürendem Bewusstsein zu durchdringen, heisst immer auch, an sich selbst zu arbeiten und so durch das Aktivieren dieser Gestaltungskräfte Heilungsprozesse von innen heraus zu unterstützen.

Der heutige Mensch neigt dazu, die Sprache hauptsächlich als Mittel des Informationsaustausches zu benutzen. Die Sprachgestaltung arbeitet mit zahlreichen anderen Elementen der Sprache, wie unter anderem Lautgestaltung, Lautklang, Rhythmus, Dichtung. In einem guten und bewussten Gestalten und Ergreifen der Laute und Silben ergreift der Mensch auch sich selbst besser, was mit der Zeit eine spürbare Wirkung auf verschiedene Bereiche hat, wie z.B. Selbstbewusstsein, Geerdetsein, die Fähigkeit sich abzugrenzen und sich selbst zu spüren.

Auch der Verlauf verschiedener anderer Störungen und Erkrankungen lässt sich positiv beeinflussen. Aufgrund bestimmter Korrespondenzen im menschlichen Körper kann z.B. durch die gezielte Lautarbeit vom Gaumen- zum Lippenbereich positiv auf den Verlauf gewisser Durchfallerkrankungen eingewirkt werden. Gutes, spürendes Ergreifen der Laute und rhythmische Durchatmung können die Durchblutung bis in die Peripherie hin anregen und so entsprechende Störungen günstig beeinflussen. Der Atmung, die bei dieser Arbeit indirekt durch das Sprechen immer mit einbezogen ist, kommt hierbei in vielfacher Hinsicht eine grosse Bedeutung zu. Rhythmisch Sprechen heisst ja, dass gleichzeitig auch die Atmung rhythmisiert wird. Unser ganzes Herz- und Kreislaufgeschehen wird davon berührt. Auf verschiedene Weise kann so auf Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck usw. positiv eingewirkt werden. Atemstörungen wie die Hyperventilation zählen ebenfalls zu den bewährten Indikationen für die Therapeutische Sprachgestaltung. Denn eine gesunde Atmung trägt dazu bei, die drei Bereiche Denken, Fühlen, Wollen (Geist – Psyche – Körper) in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen.

Marianne Krampe

Geboren und aufgewachsen in Deutschland. Nach Abschluss der Schule, Ausbildung zur Diplom-Übersetzerin, gefolgt von langjähriger Übersetzungstätigkeit an der Universität Oldenburg (D). Dann Ausbildung zur Sprachgestalterin an der Speech School in England. Fortbildungen in Therapeutischer Sprachgestaltung. Nach dem Diplom 1995 Praktikum in der Schweiz, anschliessend dreijährige Teilzeittätigkeit im Humanus-Haus, Beitenwil, und Beginn der Mitarbeit am Therapeutikum. Seit 1999 auch sprachtherapeutische Tätigkeit an der Christophorus-Schule, Bern (Heilpädagogische Tagesschule)

Dietrich von Bonin

Geboren und aufgewachsen in der Nähe von Basel. Nach Abschluss der Schule, Tätigkeit in einer heilpädagogischen Institution in Schottland. 1978 bis 1983 Ausbildung in Sprachgestaltung und Schauspiel in Dornach/SO. Fortbildungen in Therapeutischer Sprachgestaltung und Myofunktioneller Therapie, Stottern. Seit 1985 als Kunsttherapeut für Therapeutische Sprachgestaltung am Therapeutikum. Langjährige Mitarbeit an der Christophorus-Schule, Bern. Derzeit auch Dozent für Therapeutische Sprachgestaltung an der Dora Gutbrod-Schule, Basel sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kunsttherapie an der Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin KIKOM. Autor verschiedener Publikationen.

Siehe auch unter: www.svakt.ch

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